Expertenmeinung von Kathrin Pfeifer

Für eine Gesellschaft ohne Schranken

Selbstbestimmung und Chancengleichheit zu fördern und Diskriminierung zu unterbinden, das sind, in knappen Worten, die Ziele der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Aufbau eines inklusiven Bildungssystems. Eine Aufgabe, die von allen Beteiligten große Anstrengungen und viel Engagement fordert.
Um Sie dabei jederzeit optimal begleiten und Ihnen mit Rat, Tat und individuellen Lösungen zur Seite stehen zu können, haben auch wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt.
Kathrin Pfeifer, Fachexpertin für Inklusion bei Wehfritz, gibt Ihnen im Folgenden einen kurzen Einblick in ihre Arbeit und die Entstehungsgeschichte des vorliegenden Katalogs.

Inklusion ist in aller Munde. In allen Gesellschaftsbereichen wird nach praktikablen Lösungen gesucht, um die Konventionsvorgaben bestmöglich umzusetzen. Wie kommt es, dass Wehrfritz da schon einen Katalog mit speziell abgestimmten und vor allem praxiserprobten Produkten vorlegen kann?
Kathrin Pfeifer: Nun, zum einen verfolgen wir gesellschaftspolitische Entwicklungen in den für uns und unsere Kunden relevanten Bereichen stets aufmerksam. Und auf politischer Ebene wird die schrankenlose Gesellschaft schon länger diskutiert, schließlich ist die UN-Konvention seit März 2009 auch in Deutschland rechtskräftig, in Österreich sogar schon seit Oktober 2008. Zum anderen wurden wir ganz konkret von mehreren Schulen und Schulämtern angesprochen, die uns als kompetenten Ansprechpartner kennen und sich Beratung zum Thema wünschten. Wir haben daraufhin im Januar 2011 eine Arbeitsgruppe "Inklusion" gebildet.

Was genau waren die Aufgaben und das Vorgehen dieser Arbeitsgruppe?
Kathrin Pfeifer: Die Arbeitsgruppe ist ein Mix aus mehreren Professionen. Hier bringen Experten aus den verschiedensten Bereichen z.B. Schulraumausstattung, Pädagogik, Entspannung und Snoezelen, Sport und Therapie ihr Fachwissen ein. Wir haben uns das nötige Hintergrundwissen angeeignet: Welche Vorgaben macht die Konvention? Was bedeutet das für Schulen und Bildungsträger? Wir haben dann mehrere inklusive und integrative Schulen im In- und Ausland kontaktiert und besucht. Was funktioniert dort gut? Wo gibt es Verbesserungsbedarf? Welche Produkte werden überhaupt benötigt? Bei Unterrichtshospitationen und Gesprächen mit Lehrkräften und Schülern haben wir einen guten Einblick in die speziellen Anforderungen eines inklusiven Schulalltags gewinnen können.

Und mit welcher Erkenntnis sind Sie von diesen Besuchen zurückgekommen? Gibt es eine Art Quintessenz?
Kathrin Pfeifer: Ja, die gibt es: Wir haben festgestellt, dass bei Wehrfritz fast alles, was eine inklusive Schule an speziellen Möbeln, Therapiemitteln und Arbeitsmaterialien braucht, im Grunde schon vorhanden ist. Eigentlich nicht verwunderlich, schließlich hat sich Wehrfritz als Ausstatter sozialer Einrichtungen von Anfang an auch um die Belange körperlich und geistig beeinträchtigter Menschen gekümmert. Wir haben dadurch eine sehr lange Facherfahrung im therapeuthischen Bereich und viele hochspezialisierte Mitarbeiter im Innen- und Außendienst. Inklusion ist für uns so gesehen kein neues Thema. Der Inklusions-Katalog ist dafür der beste Beweis. Alle Produkte sind in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Wissenschaft und Praxis entstanden. Die Therapieräume wurden unter Berücksichtigung der Anforderungen der Krankenkassen und Kostenträger entwickelt. Wirklich neu ist aber unser innovatives Raum-im-Raum-System SALEA, das Schulen einen schnellen und unkomplizierten Einstieg ins Snoezelen ermöglicht.

Viele stehen der Inklusion noch mit gemischten Gefühlen gegenüber, auch weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt und wie groß die Veränderungen im Schulalltag sein werden.
Kathrin Pfeifer: Was auf jede einzelne Schule zukommt, können wir natürlich nicht vorhersagen. Was wir sagen können ist, dass es nach unseren Recherchen künftig durchschnittlich ein körperlich oder geistig beeinträchtigtes Kind pro Klasse einer inklusiven Schule geben kann, und dass Fördergelder vorhanden sind (die Höhe variiert je nach Bundesland), um den Umbau zur inklusiven Schule fi nanziell zu stemmen. Oft werden schon kleine Veränderungen genügen, um inklusiv arbeiten zu können, etwa ein abgetrennter Ruhebereich im Klassenzimmer. Was es mehr als alles andere braucht, damit die Inklusion gelingt, das sind engagierte Lehrer.

Und was trägt Wehrfritz zum Gelingen der Inklusion bei? Welche Unterstützung bietet Wehrfritz den Schulen?
Kathrin Pfeifer: Die Schulen haben in uns einen kompetenten Partner, der keine Lösungen von der Stange bietet, sondern immer die speziellen Bedürfnisse jedes Einzelfalls berücksichtigt. Wir bieten außerdem die Möglichkeit, unsere Produkte im Showroom in Bad Rodach zu begutachten und zu testen. Zusätzlich bereiten wir gerade eine Internet-Plattform zum Thema "Inklusion" vor, mit vielen weiterführenden Informationen, Bildern, Links und Veranstaltungshinweisen.

Kathrin Pfeifer
Teamleiterin Therapie und Fachexpertin für Inklusion bei Wehrfritz
Dipl.-Sportlehrerin, Sport- & Bewegungstherapeutin DVGS